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Stevia als Süssungsmittel in Getränken

Stevia in Getränken – Getränke mit Stevia

Parallel zur Serie über die Stevia Verschwörung, hier einige „Selbstversuche“ mit dem Süssungsmittel.

Zunächst war mein erster Gang der, zur Apotheke. Im Kurort Bad Nauheim versuchte ich mein Glück. Da Stevia als Lebensmittel erst ab 2011 zugelassen werden soll ( und dies immer noch unsicher ist) hielt ich die Pillendreher für die Fachleute bezüglich des Zuckerersatzstoffes. Aber da lag ich falsch. Weder die Damen in der Apotheke, noch die in den drei folgenden Drogerien hatten jemals etwas von Stevia gehört, geschweige denn eine Ahnung wo man das denn bekommen könnte. Zumindest in der letzten Drogerie vermutete die Verkäuferin in der Kasse richtig: „Das könnte es im Reformhaus geben“.

Gesagt, getan, und so suchte ich das nächstgelegene Reformhaus auf. Nach ergebnisloser Suche im Sortiment, bekam ich von der Marktleiterin den Fingerzeig auf ein fast hinter der Verkaufskasse stehendes Regal. Dort fingerte sie mir eine Packung Steevia Tabs – eine den Süssstofftabletten vergleichbare „Darreichungsform“ hervor. Das sei genau das richtige zum Süssen von Getränken wie Kaffe, Tee und ähnlichem.

Ich kaufe also die 300er Packung mit der Bezeichnung Steevia Tabs „Gesund und Leben“.

Die Packung selbst ähnelt den bekannten Dosierspendern der konventionellen Süssstoffanbieter. Sie ist nicht ganz so professionell und scheint eher in kleinen Stückzahlen gefertigt. Der Preis von 8,95€ für wie gesagt 300 Stück, war dann doch recht üppig, das entspricht fast 3 Cent für eine Tablette. Stevia Tabs gibt es von verschiedenen Anbietern und zum probieren auch bei Amazon z.B. hier.

So sieht eine Packung Stevia Tabs aus...

Dazu muss gesagt werden, dass die Geschmacksbewertungen sehr individuell sind – wie das auch sonst im Leben so ist. Ob und wie es schmeckt sollte jeder selbst ausprobieren und sich nicht von Kommentaren ablenken lassen die erkennen lassen, dass Stevia nicht  den Geschmack getroffen hat. Es gibt über einhundert Stevia Pflanzen und bislang kein einheitliches Verfahren zur Herstellung des Süssungsstoffs. Zudem müssen die Tabs, da Stevia extrem süß ist, mit einem Füllmittel als Träger versehen werden, da eine Messerspitze Stevia reichen würde um mehrere Kannen Kaffe zu süssen….

Diesen Füllmittel – in meinem Fall Natriumhydrogencarbonat (auch Natron genannt)- hat sicherlich auch einen gewissen, schwachen Eigengeschmack,  so dass die Ergebnisse von Produkt zu Produkt und abhängig von der Zunge des Konsumenten schwanken können. Das Füllmittel ist übrigens ein nützlicher Zusatzstoff ( = Backpulver oder z.B.  Bullrichsalz) den man bedenkenlos konsumieren kann.

Süsse Orangenlimonade

Im ersten Versuch nahm ich etwas Orangenaroma ( ca. 1/2 Röhrchen ) von Dr. Oetker füllte die 1 Liter Flasche mit Sprudelwasser, einem Stevia Tab und wollte das ganze dann mischen.

Kurz gesagt – der Versuch schlug fehl. Dies vor allem, weil der Stevia Tab sich nur mühselig, unter Abgabe von kleinen Bläschen, auflöste und die im Wasser gelöste Kohlensäure innen an der Flasche hochstieg. Heute weiss ich wieso: Die chemische Reaktion mit der Kohlensäure im Wasser führte zur Bildung von weiterem Kohlendioxid und Wasser, was das ganze noch mehr zum Schäumen brachte.

Geschmeckt hat es obendrein auch nicht, das Orangenaroma ( eigentlich eine Backzutat), war einfach zu stark und penetrant. Eine irgendwie geartete Süsse, liess sich nicht mehr hinausschmecken. Vermutlich war aber auch ein Tabs einfach zu wenige, wie mir jetzt klar ist, aber die Mischung der Stevia Tabs mit kohlesäurehaltigen Getränken ist schon einmal gestorben ! Das liegt aber an dem Füllmittel Natron und nicht am Steevia selbst. Ich werde den Versuch also später mit anderen Formen von Stevia nochmals nachholen.

Am nächsten Tag dann zunächst der erneute Gang zum Reformhaus und die 50 gr. Packung des weissen Pulverkonzentrats besorgt. Der Preis lag bei sagenhaften 13,95€ und irgendwie fühlte ich mich wie ein Kokser mit dem kleinen teuren Zippertütchen…

Bei Amazon gibt es auch hier entsprechend die handliche Dose mit dem Pülverchen.

Der nächste Versuch- Stevia Tabs und Tee

Wesentlich besser als die Zippertütchen aus dem Reformhaus - Stevia aus der Dose!

Nicht täuschen lassen – das reicht für Jahre!

Heute dann, habe ich mit einer großen, 0,3 l Tasse heissem Tee mit Waldfrüchten weiter gemacht. Ich warf also zunächst ein Tab ein und beobachtete was geschah. Die Tablette treibt zischen an der Oberfläche und löst sich – wie zu erwarten – unter leichtem Schäumen schnell und restlos auf.

Der erste Schluck war noch keine Offenbarung. Süsse konnte man bestenfalls erahnen. Das Getränk war aber auch auf keinen Fall bitter. Irgendwie musste es also schon zumindest neutralisiert haben. Also habe ich ganz mutig eine zweite Tablette hinterher geworfen. diese löste sich ebenfalls sehr schnell, schnell sogar als die erste und als ich den erste Schluck nahm, war eine deutliche Süsse zu schmecken. Ich vergleich das mal mit dem Geschmack der üblichen Süssungsmittel. Auch drei Tabs waren problemlos möglich, der Tee wurde dadurch nicht übermäßig süss, was dafür spricht, dass das Stevia in den Tabs extrems verdünnt wurde.

Den etwas metallischen Nachgeschmack über den manche Kommentatoren bei Amazon berichten, kann ich bestätigen. Es ist auch ganz klar, dass das Natron bei geübten Nasen und Zungen diese Note als Abgang hinterlässt. Der Nachgeschmack ist aber nicht sonderlich stark und wie gesagt – er stammt ja nicht vom Stevia selbst, das viel zu konzentriert ist um es vernünftig in den Tee zu bekommen, sondern vom Füllmaterial.

Allerdings sind drei Tabs a 3 Cent nun doch ein etwas teuerer Spass. Um die gleiche Süsse mit konventionellem Zucker zu ereichen hätte man sicherlich 3-4 Zuckerwürfel in einer 0,3 l Tasse verwenden müssen.  So gesehen, ist das bei einer Diät zu verschmerzen.

Stevia Pulver pur in homöopathischer Dosis und eine Sprudelflasche…

Einen erstaunlichen Effekt kann ich jedoch vom Pulver vermelden. Als ich versuchte die Zippertüte mal vorsichtig zu öffnen, stellte ich fest, dass diese oben zusammengeklebt war.  Ich nahm also die Finger, mit denen ich die Tüte von aussen angefasst(!) hatte und führte sich mal zum Mund. Ich muss dazu sagen, dass Stevia als Pulver eine Konsistenz ähnlich wie sehr feiner Puderzucker oder sehr feines Mehl hat. Es ist also schwierig, damit umzugehen, ohne es allein durch Luftzug zu verhindern, dass es sich verteilt.

Als ich die Finger an die Zunge legte, spürte ich sofort den süssen Geschmack. Dies, obwohl kein Pulver an den Fingern zu sehen war. Als ich dann einige Zeit später noch einen Salat aß könnte ich bei allem was ohnehin süß schmeckte eine verstärkte Süssung feststellen. Der Steviaeffekt hatte also angehalten, ähnlich wie das bei ganz scharfen Gewürzen wie Chili z.B. manchmal der Fall ist, die auch noch lange Zeit nachdem man sie gegessen hat, diese noch schmeckt, oder wenn man erneut etwas ist der Geschmack wieder auftaucht.

Dabei wurde – zumindest in meinem Fall – selektiv, alles das was ich aß und was süss war, noch süsser – aber nicht unangenehm. Ein Nachgeschmack war nicht feststellbar. Es hingen also immer noch einige wenige Stevia „Atömchen“  auf meinen Geschmacksrezeptoren oder waren sonstwie im Mund vorhanden und wurden durch das erneute Essen aktiviert. Eine 0,2l Flasche mit Mineralwasser der Marke Selters schmeckte auf einmal süss, trotz Kohlensäure und das ganze war  nicht unangenehm.

Fazit: Es ist erstaunlich mit welch geringen Mengen man mit Stevia welche Effekte erzielen kann. Sicherlich muss das Kochen und die Zubereitung von Speisen ganz gezielt hierfür ausgelegt sein. Ein reines Ersetzen von Zucker durch Stevia scheint Verschwendung und ist wohl auch sehr schwierig umzusetzen. Dies auch, da Zucker nun mal als Kristall über ganz andere Eigenschaften bei der Geschmacksbildung verfügt.

Man sollte also bei Getränken durchaus mal neue Ansätze wagen, wie man Süsse erzeugen kann, die minimale Kalorien hat ( Hatte ich das eigentlich schon gesagt ? Lt. Hersteller Steevia 0,2 kcal pro Gramm für getrocknete Blätter ).

Wer hat bereits Erfahrung mit Stevia Getränken ?

Ich bin gespannt auf Vorschläge zu:

Alkoholfreien Cocktails

Spacedrinks mit Stevia ( Abgefahrene Geschmackserlebnisse der neuen Art)

Softdrinks mit Stevia – insbesondere etwas was mit Coca Cola mithalten kann!

Wer hat hat weitere Selbstversuche mit Stevia gemacht und kann Tipps geben oder hat leckere Rezepte für Erfrischungsgetränke dabei entwickelt ?

Einfach per Kommentar melden, bekannt geben oder sich bei mir melden, ich füge sie diesem Artikel ( nach einer Kostprobe ) gerne an!

Ansonsten erscheinen in den nächsten Monaten einige neue Rezeptebücher. Die sollte man abwarten. Die bislang verfügbaren sind überwiegend von durchwachsener Qualität.

Stevia online kaufen

Beim Stevialaden.de kann man mittlerweile aus einem riesigen Sortiment von Steviaprodukten auswählen. Stevia Zahnpasta, Stevia Naturkosmetik, Stevia Mundspülung und natürlich die Stevia Tabs.

Hier der Link:


Alles rund um Stevia bei Stevialaden.de!

  1. Mauersegler
    19. September 2010 um 12:54

    Bio-Zitronenlimo

    0,2 l Biozitronendirektsaft oder frisch gepresst
    1,8 – 3 l Wasser (je nach Geschmack mit oder ohne Kohlensäure; ergibt 6,25 – 10 % Zitronensaftanteil)
    ca. 2 – 5 Messerspitzen weisses Steviosidpulver (je nach Geschmack, Grösse der Messerspitze und Intensität des Steviosids, bei den einzelnen Produkten sind Unterschiede bis weit über 100 % möglich!)

    Saft und Wasser in ein geeignetes Gefäss geben und das Steviosid draufgeben, aber nicht einrühren, da es sonst klumpt, sondern warten, bis es sich aufgelöst hat, was ein paar Minuten dauern kann. Bitte vorsichtig mit ganz wenig Steviosid anfangen und solange nachsüssen, bis es schmeckt! Das ist aber nur beim ersten Mal so ein Aufwand, danach weiss man ja, wieviel man nehmen muss.

  2. 25. September 2010 um 20:18

    Hallo,

    in wenigen Wochen geht mein umfangreiches e-Book zum Thema Stevia online. Mit vielen – erprobten- Rezepten! Wichtig ist immer: Weniger ist mehr! Und besser die getrockneten Blätter bzw das Pulver daraus verwenden.

    Freue mich auf den Austausch mit weiteren Stevia-Freunden.

    Stevia Hintergrundinfos gratis!

    • 26. September 2010 um 10:55

      Na da sind wir ja mal ganz gespannt und freuen uns auf einen exklusiven Vorab-Auszug um schon mal den Bloglesern Appetit zu machen !

      • 21. Oktober 2010 um 21:13

        Gerne: Unter Gratis Schnuppern auch kostenlos. Nur das komplette Ebook mit fast 90 Seiten, interessanten und brisanten Hintergrundinfos ist gegen ein paar Empfehlungen oder eine kleine Aufwandsentschädigung zu haben. Hoffe das ist Ok🙂 Süße Grüße, Daniel

  3. 21. Oktober 2010 um 19:22

    Ich finde eure Experimente toll🙂 und schaue hier immer wieder gerne vorbei!

    Aber wie an anderer Stelle schon erwähnt, ist Steviosid eigentlich nur für die industrielle Weiterverarbeitung gedacht – ihr schreibt ja selbst, wie mühsam es ist, die richtige Dosierung zu finden.

    Klar, die Steviaprodukte – seien es Pulver, Tabs oder Tropfen – haben alle irgendeinen Füllstoff, geht ja gar nicht anders! Aber es lohnt sich, genau hier ein Auge drauf zu werfen, denn dabei gibt es große Unterschiede – es gibt nämlich auch Hersteller, die als Füllstoff Sacharin & Co. verwenden!!

    Ansonsten möchte ich gerne nochmal auf meinen „Blog zum Shop“ hinweisen. Hier gibt es KOSTENLOSE Informationen und Rezepte – u.a. rund um’s Thema Stevia – direkt aus Paraguay und aus 1. Hand🙂

    Süße Sonnengrüße aus Paraguay
    Yerbabuena

    • Mauersegler
      21. Oktober 2010 um 20:23

      Zwei Aussagen kann ich leider so nicht stehen lassen:

      >> Aber wie an anderer Stelle schon erwähnt, ist Steviosid eigentlich nur für die industrielle Weiterverarbeitung gedacht – ihr schreibt ja selbst, wie mühsam es ist, die richtige Dosierung zu finden.

      Pures Steviosid ist schon auch für den Hausgebrauch gut geeignet, ich süsse täglich meinen Kaffee damit und nehme immer auf Anhieb die richtige Menge mit dem Teelöffel! Man weiss es ja nur am Anfang nicht und muss deshalb erst mal vorsichtig probieren, aber das ist mit Zucker ja nicht anders, lediglich die Menge ist da grösser und von daher leichter zu dosieren. Ich habe ja oben als letzten Satz geschrieben:

      „Das ist aber nur beim ersten Mal so ein Aufwand, danach weiss man ja, wieviel man nehmen muss.“ Ich habe den Warnhinweis nur vorsichtshalber für die Anfänger geschrieben. Genauer hinschauen muss man halt bei der kleinen Menge, ob es die richtige, bekannte Menge ist, aber ausprobieren braucht man dann nichts mehr! Übrigens putze ich mir täglich die Zähne damit.

      >> Klar, die Steviaprodukte – seien es Pulver, Tabs oder Tropfen – haben alle irgendeinen Füllstoff, geht ja gar nicht anders!

      Unfug, die grosse Mehrzahl der mir bekannten an Endverbraucher angebotenen Pulver sind pur! Lediglich die Tabs haben wahrscheinlich alle einen Füllstoff und bei den Tropfen ist Wasser, Alkohol oder Glyzerin der Füllstoff. Aus dem Grund habe ich Tabs nie angeboten (ich hatte einen Steviahandel), nur pures Pulver und Tropfen. Und bei meinem Rezept oben meine ich natürlich pures Steviosid, gut geeignet wären aber auch Tropfen, da man sofort umrühren kann, ohne dass was klumpt.

      Pures Steviosidpulver ist für Anwendungen mit mittlerem bis grösserem Bedarf (z. B. Kochen, Backen, grössere Getränkemenge) sehr gut geeignet, gute Hilfsmittel bei häufigem Gebrauch sind kleine Messlöffel (da Teelöffel sehr unterschiedlich gross sind) und 1/10-g-Feinwaagen. Und für den kleinen Bedarf (z. B. Tasse Tee) habe ich passende Streuer entwickelt, ähnlich einem Salzstreuer, aber auch hier geht es nach Eingewöhnung mit einem Teelöffel ganz gut.

      • 22. Oktober 2010 um 13:03

        🙂 ich sag‘ ja nicht, daß es nicht geht, sondern es ist ziemlich aufwändig. Aber auch das ist natürlich relativ🙂

        Was ich lediglich vermitteln möchte ist, daß Steviosid der Weiterverarbeitung dient.
        Natürlich kann der Verbraucher seine Mess- und Wiegeutensilien ausbaldouwern.

        Hier in Paraguay gibt es Steviosid nicht im Supermarkt zu kaufen WEIL es …. s.o.🙂
        Abgabemenge liegt bei 1kg

        Aber die Deutschen sind sooo scharf auf das Steviosid, daß ich es wohl in Kürze ebenfalls im Shop anbieten werde.

        Regengrüße aus Paraguay
        Yerbabuena

  4. 19. März 2011 um 14:49

    Hallo,
    endlich macht es jemand (Andechser Jogurt), was in anderen Ländern schon geschehen ist, gibt es nun in Deutschland auch, Jogurt mit Stevia schmeckt SUPER!
    Über die Frage, was besser ist als Zucker, Süßstoff oder Stevia ist 100% klar!
    Stevia hat nichts was man dem Produkt entgegen setzen könnte, wie schädlich oder sonstiges. Bei Raffinade Zucker und chemischer Süßstoff, sieht es anders aus.
    Grüße felix

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