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Stevia als Süssungsmittel in Getränken

9. September 2010 8 Kommentare

Stevia in Getränken – Getränke mit Stevia

Parallel zur Serie über die Stevia Verschwörung, hier einige „Selbstversuche“ mit dem Süssungsmittel.

Zunächst war mein erster Gang der, zur Apotheke. Im Kurort Bad Nauheim versuchte ich mein Glück. Da Stevia als Lebensmittel erst ab 2011 zugelassen werden soll ( und dies immer noch unsicher ist) hielt ich die Pillendreher für die Fachleute bezüglich des Zuckerersatzstoffes. Aber da lag ich falsch. Weder die Damen in der Apotheke, noch die in den drei folgenden Drogerien hatten jemals etwas von Stevia gehört, geschweige denn eine Ahnung wo man das denn bekommen könnte. Zumindest in der letzten Drogerie vermutete die Verkäuferin in der Kasse richtig: „Das könnte es im Reformhaus geben“.

Gesagt, getan, und so suchte ich das nächstgelegene Reformhaus auf. Nach ergebnisloser Suche im Sortiment, bekam ich von der Marktleiterin den Fingerzeig auf ein fast hinter der Verkaufskasse stehendes Regal. Dort fingerte sie mir eine Packung Steevia Tabs – eine den Süssstofftabletten vergleichbare „Darreichungsform“ hervor. Das sei genau das richtige zum Süssen von Getränken wie Kaffe, Tee und ähnlichem.

Ich kaufe also die 300er Packung mit der Bezeichnung Steevia Tabs „Gesund und Leben“.

Die Packung selbst ähnelt den bekannten Dosierspendern der konventionellen Süssstoffanbieter. Sie ist nicht ganz so professionell und scheint eher in kleinen Stückzahlen gefertigt. Der Preis von 8,95€ für wie gesagt 300 Stück, war dann doch recht üppig, das entspricht fast 3 Cent für eine Tablette. Stevia Tabs gibt es von verschiedenen Anbietern und zum probieren auch bei Amazon z.B. hier.

So sieht eine Packung Stevia Tabs aus...

Dazu muss gesagt werden, dass die Geschmacksbewertungen sehr individuell sind – wie das auch sonst im Leben so ist. Ob und wie es schmeckt sollte jeder selbst ausprobieren und sich nicht von Kommentaren ablenken lassen die erkennen lassen, dass Stevia nicht  den Geschmack getroffen hat. Es gibt über einhundert Stevia Pflanzen und bislang kein einheitliches Verfahren zur Herstellung des Süssungsstoffs. Zudem müssen die Tabs, da Stevia extrem süß ist, mit einem Füllmittel als Träger versehen werden, da eine Messerspitze Stevia reichen würde um mehrere Kannen Kaffe zu süssen….

Diesen Füllmittel – in meinem Fall Natriumhydrogencarbonat (auch Natron genannt)- hat sicherlich auch einen gewissen, schwachen Eigengeschmack,  so dass die Ergebnisse von Produkt zu Produkt und abhängig von der Zunge des Konsumenten schwanken können. Das Füllmittel ist übrigens ein nützlicher Zusatzstoff ( = Backpulver oder z.B.  Bullrichsalz) den man bedenkenlos konsumieren kann.

Süsse Orangenlimonade

Im ersten Versuch nahm ich etwas Orangenaroma ( ca. 1/2 Röhrchen ) von Dr. Oetker füllte die 1 Liter Flasche mit Sprudelwasser, einem Stevia Tab und wollte das ganze dann mischen.

Kurz gesagt – der Versuch schlug fehl. Dies vor allem, weil der Stevia Tab sich nur mühselig, unter Abgabe von kleinen Bläschen, auflöste und die im Wasser gelöste Kohlensäure innen an der Flasche hochstieg. Heute weiss ich wieso: Die chemische Reaktion mit der Kohlensäure im Wasser führte zur Bildung von weiterem Kohlendioxid und Wasser, was das ganze noch mehr zum Schäumen brachte.

Geschmeckt hat es obendrein auch nicht, das Orangenaroma ( eigentlich eine Backzutat), war einfach zu stark und penetrant. Eine irgendwie geartete Süsse, liess sich nicht mehr hinausschmecken. Vermutlich war aber auch ein Tabs einfach zu wenige, wie mir jetzt klar ist, aber die Mischung der Stevia Tabs mit kohlesäurehaltigen Getränken ist schon einmal gestorben ! Das liegt aber an dem Füllmittel Natron und nicht am Steevia selbst. Ich werde den Versuch also später mit anderen Formen von Stevia nochmals nachholen.

Am nächsten Tag dann zunächst der erneute Gang zum Reformhaus und die 50 gr. Packung des weissen Pulverkonzentrats besorgt. Der Preis lag bei sagenhaften 13,95€ und irgendwie fühlte ich mich wie ein Kokser mit dem kleinen teuren Zippertütchen…

Bei Amazon gibt es auch hier entsprechend die handliche Dose mit dem Pülverchen.

Der nächste Versuch- Stevia Tabs und Tee

Wesentlich besser als die Zippertütchen aus dem Reformhaus - Stevia aus der Dose!

Nicht täuschen lassen – das reicht für Jahre!

Heute dann, habe ich mit einer großen, 0,3 l Tasse heissem Tee mit Waldfrüchten weiter gemacht. Ich warf also zunächst ein Tab ein und beobachtete was geschah. Die Tablette treibt zischen an der Oberfläche und löst sich – wie zu erwarten – unter leichtem Schäumen schnell und restlos auf.

Der erste Schluck war noch keine Offenbarung. Süsse konnte man bestenfalls erahnen. Das Getränk war aber auch auf keinen Fall bitter. Irgendwie musste es also schon zumindest neutralisiert haben. Also habe ich ganz mutig eine zweite Tablette hinterher geworfen. diese löste sich ebenfalls sehr schnell, schnell sogar als die erste und als ich den erste Schluck nahm, war eine deutliche Süsse zu schmecken. Ich vergleich das mal mit dem Geschmack der üblichen Süssungsmittel. Auch drei Tabs waren problemlos möglich, der Tee wurde dadurch nicht übermäßig süss, was dafür spricht, dass das Stevia in den Tabs extrems verdünnt wurde.

Den etwas metallischen Nachgeschmack über den manche Kommentatoren bei Amazon berichten, kann ich bestätigen. Es ist auch ganz klar, dass das Natron bei geübten Nasen und Zungen diese Note als Abgang hinterlässt. Der Nachgeschmack ist aber nicht sonderlich stark und wie gesagt – er stammt ja nicht vom Stevia selbst, das viel zu konzentriert ist um es vernünftig in den Tee zu bekommen, sondern vom Füllmaterial.

Allerdings sind drei Tabs a 3 Cent nun doch ein etwas teuerer Spass. Um die gleiche Süsse mit konventionellem Zucker zu ereichen hätte man sicherlich 3-4 Zuckerwürfel in einer 0,3 l Tasse verwenden müssen.  So gesehen, ist das bei einer Diät zu verschmerzen.

Stevia Pulver pur in homöopathischer Dosis und eine Sprudelflasche…

Einen erstaunlichen Effekt kann ich jedoch vom Pulver vermelden. Als ich versuchte die Zippertüte mal vorsichtig zu öffnen, stellte ich fest, dass diese oben zusammengeklebt war.  Ich nahm also die Finger, mit denen ich die Tüte von aussen angefasst(!) hatte und führte sich mal zum Mund. Ich muss dazu sagen, dass Stevia als Pulver eine Konsistenz ähnlich wie sehr feiner Puderzucker oder sehr feines Mehl hat. Es ist also schwierig, damit umzugehen, ohne es allein durch Luftzug zu verhindern, dass es sich verteilt.

Als ich die Finger an die Zunge legte, spürte ich sofort den süssen Geschmack. Dies, obwohl kein Pulver an den Fingern zu sehen war. Als ich dann einige Zeit später noch einen Salat aß könnte ich bei allem was ohnehin süß schmeckte eine verstärkte Süssung feststellen. Der Steviaeffekt hatte also angehalten, ähnlich wie das bei ganz scharfen Gewürzen wie Chili z.B. manchmal der Fall ist, die auch noch lange Zeit nachdem man sie gegessen hat, diese noch schmeckt, oder wenn man erneut etwas ist der Geschmack wieder auftaucht.

Dabei wurde – zumindest in meinem Fall – selektiv, alles das was ich aß und was süss war, noch süsser – aber nicht unangenehm. Ein Nachgeschmack war nicht feststellbar. Es hingen also immer noch einige wenige Stevia „Atömchen“  auf meinen Geschmacksrezeptoren oder waren sonstwie im Mund vorhanden und wurden durch das erneute Essen aktiviert. Eine 0,2l Flasche mit Mineralwasser der Marke Selters schmeckte auf einmal süss, trotz Kohlensäure und das ganze war  nicht unangenehm.

Fazit: Es ist erstaunlich mit welch geringen Mengen man mit Stevia welche Effekte erzielen kann. Sicherlich muss das Kochen und die Zubereitung von Speisen ganz gezielt hierfür ausgelegt sein. Ein reines Ersetzen von Zucker durch Stevia scheint Verschwendung und ist wohl auch sehr schwierig umzusetzen. Dies auch, da Zucker nun mal als Kristall über ganz andere Eigenschaften bei der Geschmacksbildung verfügt.

Man sollte also bei Getränken durchaus mal neue Ansätze wagen, wie man Süsse erzeugen kann, die minimale Kalorien hat ( Hatte ich das eigentlich schon gesagt ? Lt. Hersteller Steevia 0,2 kcal pro Gramm für getrocknete Blätter ).

Wer hat bereits Erfahrung mit Stevia Getränken ?

Ich bin gespannt auf Vorschläge zu:

Alkoholfreien Cocktails

Spacedrinks mit Stevia ( Abgefahrene Geschmackserlebnisse der neuen Art)

Softdrinks mit Stevia – insbesondere etwas was mit Coca Cola mithalten kann!

Wer hat hat weitere Selbstversuche mit Stevia gemacht und kann Tipps geben oder hat leckere Rezepte für Erfrischungsgetränke dabei entwickelt ?

Einfach per Kommentar melden, bekannt geben oder sich bei mir melden, ich füge sie diesem Artikel ( nach einer Kostprobe ) gerne an!

Ansonsten erscheinen in den nächsten Monaten einige neue Rezeptebücher. Die sollte man abwarten. Die bislang verfügbaren sind überwiegend von durchwachsener Qualität.

Stevia online kaufen

Beim Stevialaden.de kann man mittlerweile aus einem riesigen Sortiment von Steviaprodukten auswählen. Stevia Zahnpasta, Stevia Naturkosmetik, Stevia Mundspülung und natürlich die Stevia Tabs.

Hier der Link:


Alles rund um Stevia bei Stevialaden.de!

Die Stevia Verschwörung

8. September 2010 11 Kommentare


An dieser Stelle folgen in den nächsten Wochen Informationen und Reportagen zum Thema „Stevia“.

Stevia ist ein natürliches Süssungsmittel, das aus einer südamerikanischen Pflanze (wissenschaftlich Stevia rebaudiana) genannt „Süsskraut“ gewonnen wird.

Aus den getrockneten Blättern der Pflanze kann man verschiedene Süssstoffe extrahieren, die um ein mehrfachses stärker wirken als Zucker oder üblicher Süßstoff.

Stevia soll sogar gegen Karies wirken – und das obwohl es bis zu 300 mal süsser als Zucker ist !

Die Entdeckung der Pflanze durch westliche Forscher geht auf das 19.te Jahrhunder zurück. Die Indios kannten ihre Wirkung schon lange.  Es gab immer wieder Anläufe, Stevia als Süssstoff zu etablieren, in einigen Ländern wie Japan ist dies erfolgt ( dort ist der in der EU erhältlich künstliche Süssstoff z.B. „Nutrasweet“ wegen Gesundheitsbedenken verboten). In der Eu aber ist Stevia als Lebensmittel nicht zugelassen und muss unter Tarnbezeichnungen in Reformhäusern und Drogerieren erworben werden.

Für die Sevia Fans liegt die Begründung klar auf der Hand: Die Zuckerindustrie und der Konzern Monsanto , der das Patent für den künstlichen Süssstoff hält, blockieren sämtliche Freigaben um ihren riesigen Geschäfte zu schützten. Ein sicherlich nicht ganz unberechtigte Hypothese. Würde Stevia zugelassen, würde diese den gesamten Zuckermarkt auf den Kopf stellen, neue Wettbewerber schaffen und alte Strukturen gefährden.

Aber es gibts sicherlich auch gute Gründe dafür, warum Stevia nicht so einfach in den Handel gelangt, sondern zunächst intensiv untersucht werden muss. Schliesslich handelt es sich bei Zucker um ein Grundnahrungsmittel, das so ziemlich jeder Konsument in irgend einer Form jeden Tag zu sich nimmt. Gäbe es gesundheitliche Bedenken, wäre eine vorzeitige Freigabe fatal.

Beleuchten wir doch mal ein wenig die genauen Hintergründe, warum – nach über 100 Jahren Forschung – Stevia noch immer nicht in Deutschland zugelassen ist und wo man Stevia bekommt bzw. wie man es verarbeitet.

Bücher zum Thema gibt es reichlich, wenn auch nicht alle wirklich gut sind. Rezeptbücher sind ebenfalls erhältlich und wenn wir schon dabei sind: Es gibt Stevia in verschiedenen Formen online auch zu kaufen!

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